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Im Sinne de Chiricos
ZEBRA
Mittwoch, 17. November 2010

Ganz im Sinne von Giorgio de Chirico „Die Gelassenheit und die unbeseelte Schönheit der Materie erscheinen mir metaphysisch ...“ zeigt Natascha Auenhammer die so genannten kleinen Dinge des Lebens – einen Stuhl, einen Handschuh – in ihrem metaphysischen Wesen. Das Spannungsverhältnis zwischen dem Physikalischen und Metaphysikalischen hat de Chirico in seinen Bildern aufgearbeitet, meist nur durch kleine perspektivische Verschiebungen oder Verfremdungen von Licht und Schatten. Manchmal durch ungewöhnliche Kombinationen von Objekten, die nicht unmittelbar zusammenpassen.

In seinem Sinn hat Natascha Auenhammer ganz im Stile des oft ironischen Surrealismus und der Neuen Sachlichkeit ihre Hommage gestaltet.

„Die Vorhaben des jungen Mädchens“ – das Ölbild von de Chirico z.B. stellt Auenhammer hyperrealistisch nach. Sie verfremdet aber die ursprüngliche Komposition, in der der Handschuh Ergebnis einer meisterhaften Näharbeit und gleichzeitig Antizipation des künftigen Trägers aus noblem Hause ist. Bei Auenhammer hängt ein Gummihandschuh auf einer schwarzen Tafel, in Form und Farbe durchaus ästhetisch, doch im Herstellungsverfahren als Massenprodukt und in der Verwendung für Putzfrauen ein „seelenloser“ Wegwerfartikel. In der Reduktion auf seinen Nutzwert würde man diesem Handschuh wohl keine „metaphysische“ Ebene zugestehen, doch Auenhammer holt den Gummihandschuh aus der Schmuddelecke und gibt ihm seine metaphysische, poetische Bedeutung zurück.

 

Mag. Hubert Thurnhofer



Natascha Auenhammer_Auenhammer Das Raetsel eines Tages6090A4.jpg

Künstler/innen
Natascha Auenhammer

Vernissage
Mi 17.11.2010 19 Uhr

Ort
ZEBRA
Burggasse 46
1070 Wien

+43-1-944 03 74
zebralabor@chello.at
www.zebralabor.at

Laufzeit
18.11.–8.12.2010

Öffnungszeiten
Mo, Fr 9–14.30
Di 11.30–17.30
Mi, Do 9–17.30

Eintritt
Eintritt frei

Erreichbarkeit
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